Wissenswertes
Als Gutachter hat man manchmal den Eindruck, dass - wenn die
Fehlerursache etwas dubios ist - ein Überspannungsschaden
"diagnostizert" wird.
Was aber ist ein Überspannungsschaden? Oft hat dieser eine
versicherungstechnische Relevanz.
Ein "Überspannungsschaden" an einem Gerät mit elektronischen
Komponenten kann aus
vielerlei Gründen entstehen.
- Einfluss von Blitz bei Gewitter
- Schalthandlungen des Energienetzbetreibers
- EMV-Einflüsse
Ein derartiger "Schaden" wird dann oft der Elektronikversicherung
gemeldet.
Ein
Sachverständiger muss jetzt u.a. das Schadenereignis untersuchen
und bewerten, ob es sich um ein versichertes Ereignis
handelt. Das ist manchmal eben nicht der Fall.
Beispiele:
Gewitter - Blitz:
Nach einem
Gewitter funktioniert ein älterer Server nicht mehr. Sonst sind keine
Schäden aufgetreten. Für den Techniker ist die Ursache klar -
blitzbedingte Überspannung.
Der wirkliche Defekt liegt aber in
einem defekten Netzteil, welches den Spannungsaufall und die
Spannungswiederkehr nicht "vertragen" hat. Es liegt also kein
blitzbedingter Überspannungsschaden vor, da der Spannungsaufall kein
Schadenereignis darstellt.
Schalthandlungen:
Schalthandlungen des Verteilnetzbetreibers führen manchmal zu
Spannungsspitzen. Diese müssen aber nicht zwangsläufig zu einem Defekt
führen, da eine netzseitige Spannungsüberhöhug bis zu einem gewissen
Grad von den meisten Geräten (nicht die Billig-Elektronik) problemlos
"ertragen" werden. Oft führen derartige Schalthandlungen im
Zusammenhang mit einem schlechtem EMV-Status zu Schäden und Ausfällen.
EMV-Einflüsse:
Elektronische Systeme werden oft durch EMV-Einflüsse gestört und auch
beschädigt.
Ein schlechter EMV-Status erhöht das Risiko von
Überspannungsschäden ganz erheblich. Der beste Schutz gegen
Beschädigungen ist ein guter EMV-Status. Erst im zweiten Schritt sind
Schutzkomponenten vorzusehen.
Hinweise zu diesen Schadenbildern
und Beeinflussungen sind unter "Tipps" zusammengestellt.